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Aydemir: Dschinns

Alle Familienromane gleichen einander – so ließe sich sehr frei nach Tolstoi behaupten. Fatma Aydemir widerlegt diesen Gedanken. Ihr Roman »Dschinns« ragt schon wegen seines außergewöhnlichen Aufbaus heraus: Was mit einem Knall beginnt, fächert sich auf zu einem Reigen höchst unterschiedlicher Charaktere – und wie jeder Lieblingsroman strahlt auch dieser im Rückblick in einem vollkommen unerwarteten Licht.

Fatma Aydemir hat eine Great German Novel geschrieben, die Geschichte einer Familie, die zu diesem Land gehört. Sie ist blendend lesbar und hallt doch lange nach. Wir sind gespannt, wer Ihnen am nächsten kommen wird: Hüseyin, Ümit, Sevda, Peri, Hakan oder Emine. Eins jedenfalls können wir schon verraten: Die titelgebenden Dschinns sind bei Fatma Aydemir keine freundlichen Flaschengeister, sondern die Dämonen, die uns über Generationen begleiten. Etymologisch sind sie mit dem Wort Genie verwandt. Nach der Lektüre von Fatma Aydemirs Roman dürfte das niemanden erstaunen.


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